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Mehr Anerkennung für Ehrenamtliche in der sozialen Begleitung

Die Arbeitsgruppe Ehrenamt des Pflegenetz Bad Kreuznach hat der Kreisverwaltung Bad Kreuznach – vertreten durch den Ersten Kreisbeigeordneten Oliver Kohl und Mitarbeitende – ein Konzept für eine regionspezifische Ehrenamtskarte vorgestellt. Diese regionale Ehrenamtskarte soll speziell Menschen zugutekommen, die sich in der sozialen Begleitung engagieren – etwa in der ambulanten und stationären Seniorenarbeit, in der Hospiz- oder Demenzbegleitung. Ziel ist es, das gesellschaftliche Engagement in der Region niederschwelliger und attraktiver zu würdigen. An dem Austausch nahmen seitens der Arbeitsgruppe Ehrenamt teil: Annette Stambke (kreuznacher diakonie), Brigitte Becker (VdK) und Joachim Kübler (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit).

Niedrigere Hürden für Ehrenamtliche

Nach Einschätzung der Arbeitsgruppe sind die Zugangsvoraussetzungen der Landesehrenamtskarte Rheinland-Pfalz zu hoch: Derzeit sind mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden jährlich erforderlich. „Dies spiegelt jedoch nicht die Praxis vieler Ehrenamtlicher im Pflegebereich wider“, so Annette Stambke. Die vorgeschlagene regionale Karte setzt die Grenze bei 80 Stunden pro Jahr. Zudem sollen Vergünstigungen stärker regional ausgerichtet und attraktiver gestaltet werden.

Kreisverwaltung als Herausgeberin

Da das Pflegenetz und die Arbeitsgruppe Ehrenamt keine juristischen Personen sind, soll die Kreisverwaltung Bad Kreuznach als Herausgeberin fungieren – und damit gleichzeitig ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für das Engagement vor Ort setzen.

Die Arbeitsgruppe würde der Verwaltung 99 Prozent der organisatorischen Arbeit abnehmen. Der jährliche Aufwand für die Kreisverwaltung läge nach Schätzung von Joachim Kübler bei maximal vier Mitarbeiterstunden. Sponsoren sollen die Produktionskosten refinanzieren.

Eine regionale Ehrenamtskarte wäre aus Sicht der Arbeitsgruppe eine exklusive Form der Anerkennung und könnte Ehrenamtliche langfristig binden – „und die Kreisverwaltung würde damit ein gesellschaftliches Zeichen setzen“, so Brigitte Becker.

Prüfung bis August

Die Kreisverwaltung prüft nun, ob und wie eine solche Karte parallel zur Landesehrenamtskarte umgesetzt werden kann. Eine Rückmeldung wird im Herbst erwartet.